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Wer hat Angst vorm Tschuschenweib? von Barbara Rapp Im Rosental bin ich aufgewachsen, das ist schon eine Weile her und meine Erinnerungen sind teilweise diffus. Aber ich weiß noch ganz genau, dass ich es nie verstanden habe und auch heute nicht so recht verstehe (verstehen will?), warum es dieses, nun ja „Volksgruppenproblem“ gab und leider immer noch gibt. Mein Vater hat slowenische Wurzeln, meine Mutter nicht – irgendwie waren und sind wir meiner damaligen und heutigen Meinung nach „Windische“ (meine bei uns im Bauernhaus lebende Großmutter redete ja auch eher oft als selten in dieser und in slowenischer Sprache, wie auch mein Vater) doch dies wurde stets im sich verstörend manifestierenden Zwiespalt, nun ja, verleugnet. Damals als Kind spürte ich auf unheimliche Art und Weise eine unerklärliche und vermeintlich unbedingt in Schach zu haltende Bösartigkeit von „Unbekannt“, unter der familiäre Konstellationen gelitten haben und es offensichtlich heute noch tun. Ich spreche und verstehe leider so gut wie kein Wort Slowenisch, ein paar windische Schimpfwörter vielleicht.Gut 20 Jahre später hat man mir versucht zu erklären, warum es diesen beinahe schizophrenen Zwiespalt gab. Die Argumente konnten mich teilweise überzeugen – was die Zeit damals betraf. Aber was bzw. wer und wo sind wir denn heute? In Europa, dachte und denke ich. Was oder wer ist zu denn nun fürchten und droht ach so barbarisch über unsere hart erkämpfte Identität herzufallen und sich diese zu vereinnahmen bzw. zunichte zu machen? Wessen Identität eigentlich? Diese für mich immer noch nicht ausreichend beantwortete Frage habe ich in meiner künstlerischen Arbeit in den Raum zu stellen versucht. |
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